Vortrag von Waltraud Bierwirth: „Ein Ende ohne Neuanfang. Regensburg 1945-1948.“

9. April 2026

Dienstag, 21. April 2026, 19 Uhr, Gewerkschaftshaus Regensburg (Richard-Wagner-Str. 2)

Vortrag von Waltraud Bierwirth.
Ein Ende ohne Neuanfang. Regensburg 1945-1948. – Antisemitismus nach dem Holocaust.

März 1947: “1366 Juden sind in 1070 Räumen untergebracht” registriert das Wohnungsamt der Stadt das Elend. 3,5 Personen pro Wohnraum. Hinzu kamen Hunger, Kälte und ein mörderischer Antisemitismus.

Im Warteraum Regensburg lebten Opfer und Täter Wand an Wand.

Jahrestag 7. Oktober

7. Oktober 2025

Rede von Martin Oswald, Vorstandssprecher der VVN-BdA Oberpfalz und Regensburg

Liebe Antifaschist*innen,

der 07. Oktober 2023 hat sehr viel verändert. Er hat Umwälzungen gigantischen Ausmaßes in Bewegung gesetzt. Er war Auslöser, aber auch Schlusspunkt für sehr vieles. Er hat vorhandene Gräben zementiert, zugeschüttete Gräben wieder tief aufgerissen und neue Gräben geradezu aufgesprengt. Einige dieser Gräben, die zwischen Freundschaften, Familien, religiösen Gemeinschaften, Gesellschaften, Szenen, politischen Gruppen, Verbänden, Vereinen, Gewerkschaften und anderen Organisationsformen verlaufen, werden schwerlich oder vielleicht auch nie wieder zuzuschütten sein.

Der 07. Oktober hat viele Menschen, Beziehungen und Organisationen verändert. Vor allem aber hat der 07. Oktober 2023 die Leben vieler Menschen verändert. Er hat sehr viele, viel zu viele Leben beendet und signifikant verschlechtert. Die Leben der Israelis (und auch vieler anderer Staatsbürgerinnen), die an diesem Tag in ihren Häusern, auf der Straße, auf dem Supernova-Festival massakriert, gefoltert, vergewaltigt, gedemütigt, verletzt und verschleppt wurden. Noch immer sind dutzende Geiseln in den Händen der Hamas. Seit nunmehr 2 Jahren. Das Hamas-Pogrom hat auch eine groß angelegte Vergeltungsoffensive Israels in Gang gesetzt, die bis heute andauert und die Situation für Hunderttausende Palästinenser*innen unerträglich macht. Neben gezielten Schlägen gegen die terroristischen Führer im Gazastreifen (und in Palästen in anderen Ländern) legt das israelische Militär ganze Viertel und Städte in Gaza in Schutt und Asche, tötet Zivilist*innen, zerstört ihre Häuser und macht sie zu Binnenflüchtlingen. Die Versorgungslage ist katastrophal, die Bevölkerung leidet unter prekärsten Bedingungen.

Der 07. Oktober 2023 hat aber auch das Leben von Jüd*innen weltweit in der Diaspora, im Vereinigten Königreich, in den USA, in Deutschland und vielen weiteren Ländern dramatisch verschlechtert. Jüdische Einrichtungen, Lokale, Schulen, Synagogen, Sportteams und nicht zuletzt jüdische Menschen selbst sind teils akuten Gefährdungen und Gefahren ausgesetzt. Gefahren, die von Antisemit*innen ausgehen. Gefahren, die durch antisemitische Worte und Taten, durch Schmähungen, Feindmarkierungen, Ausgrenzungen, beiläufige und gezielte Angriffe konkret werden. Man muss leider konstatieren: Jüdisches Leben ist in der ganzen Welt akut gefährdet.

Und damit dürfen wir uns, liebe Antifaschist*innen, niemals abfinden. Und deshalb sind wir heute hier.

Der 07. Oktober 2023 geht zurück auf eliminatorischen Antisemitismus der Hamas und ihrer Verbündeten. Er ist eine direkte Folge der Ideologie, Israel als Schutzraum für Jüd*innen rückstandslos vernichten zu wollen und so viele Jüd*innen zu töten, wie nur möglich.

Der Hamas ist das Leben nichts wert. Israelis und Jüd*innen möchte sie vernichten. Auch anderen „Ungläubigen“ wünscht sie den Tod. Und zum Leben von Palästinenser*innen hat sie ein allenfalls funktionales Verhältnis. Die Menschen in Gaza sind ihr Faustpfand und ihr nur auf Todesstatistiken, die durch die Nachrichten der Welt gehen, etwas wert. Hamas schert sich überhaupt nichts um die palästinensische Bevölkerung.

Ja: der Krieg in Gaza muss schnellstens enden. Im Interesse der Geiseln und ihren Angehörigen, im Interesse der Israelis, im Interesse der palästinensischen Bevölkerung vor allem in Gaza, aber auch in der Westbank. Und auch im Interesse von Jüd*innen in Israel und andernorts.

Als Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, die 1947 von Widerstandskämpfer*innen, Verfolgten und Überlebenden gegründet wurde, wollen wir, dass die Opfer der NS-Vernichtungspolitik unvergessen bleiben. Wir wollen die Erinnerung wachhalten, aber auch dafür Sorge tragen, der Ideologie des Nazismus, des Rassismus und Antisemitismus den Boden zu entziehen.

Antifaschismus war, ist und bleibt notwendig. Und der Kampf gegen Antisemitismus in allen seinen Facetten muss dabei stets integraler Bestandteil sein. Das sind wir den ermordeten Jüdiinnen, das sind wir den lebenden Jüd*innen, ja das sind wir uns allen selbst schuldig.

Erster Abend über widerständige Menschen in und um Regensburg gegen das NS-Regime 15.10.24 um 19 Uhr im EBW

9. Oktober 2024

Hans Rothammer, Franz Höhne, Hans und Martha Weber

Von Rainer Ehm, Siegfried Höhne, Thomas Muggenthaler

Hans Rothammer, ein bekannter Gegner der Nazis, wird bereits im März 1933 in Regensburg inhaftiert. Im Juni 1933 wird er erneut festgenommen und ins KZ Dachau verschleppt. Nach der Befreiung war er Geschäftsführer der „Regensburger Woche“ und SPD-Landtagsabgeordneter, zeitweise auch zweiter Bürgermeister.

Franz Höhne wurde 1934 wegen des Schmuggels illegaler Literatur aus der Tschechoslowakei verhaftet, in einem großen Prozess vor dem OLG München verurteilt und nach der Haft in das KZ Dachau verschleppt. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er, wie viele NS-Gegner aus der Region, in das KZ Flossenbürg gebracht. Nach dem Krieg war er SPD-Bundestagsabgeordneter.

Hans und Martha Weber beteiligten sich auch am Literaturschmuggel der Sozialdemokrat:innen. Martha Weber wurde verhaftet aber nicht angeklagt. Hans Weber wurde zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, und später in eines der berüchtigten Moorlager geschickt und kam dort in Kriegsgefangenschaft. Nach der Befreiung war der zweiter Bürgermeister in Regensburg.

Gedenkstättenfahrt nach Theresienstadt und Lidice 1.-3. November 2024

10. September 2024

weitere Infos: https://aginput.org/gedenkstattenfahrt-2024/

Die Fahrt geht aus von der AG Input, der DGB Jugend Oberpfalz, sowie der VVN-BdA Oberpfalz.

Im Rahmen der Gedenkstättenfahrt vom 1.-3. November besuchen wir die Gedenkstätte Theresienstadt (Terezín), sowie Lidice im Westen von Tschechien. An beide Orten zeigte sich die Grausamkeit des Nationalsozialismus und der immanenten Vernichtungspolitik besonders.

„Als Vorhof zur Hölle“, wird das Konzentrationslager Theresienstadt von Überlebenden angesichts der von hier ausgehenden Deportationen in die Vernichtungslager bezeichnet. Der Ort war auch Teil der Strategie der Nationalsozialisten, der internationalen Weltöffentlichkeit vorzutäuschen, dass es sich bei dem “Ghetto” nicht etwa um einen Teil des von den Nazis als „Endlösung“ bezeichneten Massenmords handeln würde, sondern um ein „jüdisches Siedlungsgebiet“ mit hervorragenden Lebensbedingungen. Von den 141.000 nach Theresienstadt deportierten Jüdinnen*Juden überlebten jedoch nur etwa 23.000 den Holocaust. 34.000 Menschen starben bereits in Theresienstadt.

Im Dorf Lidice nähe Prag lebten bis zum Frühjahr 1942 493 Menschen. Nach dem erfolgreichen Anschlag auf den Leiter des „Reichssicherheitshauptamts“ Reinhard Heydrich wurde das Dorf Opfer von Vergeltungsmaßnahmen. Alle anwesenden Männer wurden erschossen, Frauen und Kinder deportiert und später teilweise ebenfalls ermordet. Häuser wurden niedergebrannnt und das Dorf Lidice von den Nazis dem Erdboden gleichgemacht. Das Massengrab mussten Häftlinge des Konzentrationslagers Theresienstadt ausheben.

Infos und Anmeldung:
Wir haben eine begrenzte Teilnehmendenanzahl, eine frühzeitige Anmeldung ist daher ratsam. Anmelden könnt ihr euch über die Instagramaccount der AG-Input (@ag_input) oder per Mail (kontakt@aginput.org). Die Anmeldung ist beiderseits verbindlich, sobald ihr den vereinbarten Ticketpreis überwiesen habt und wir eure Anmeldung final bestätigt haben. Einen genauen Ablauf sowie Infos zur Übernachtung erhaltet ihr dann von uns. Der Ticketpreis umfasst die Hin- und Rückfahrt, zwei Übernachtungen im 3* Hotel mit 2x Frühstück und 2x Abendessen (im 2-3 Bett Zimmer) sowie Eintritte mitsamt Führung in Theresienstadt und Lidice. Anmeldungen sind möglich, bis alle Plätze besetzt sind. Bei Interesse also immer nachfragen, ob noch Plätze frei sind. Insbesondere zur Deckung der Reisekosten bitten wir um eine Eigenbeteiligung von 45-90 Euro (Menschen mit geringem Einkommen) bzw. 90 Euro (alle anderen). Gerne könnt ihr auch einen Solibetrag zahlen, dieser wäre 120 Euro pP. Die Fahrt beginnt am Freitag den 1. November um 9:45 Uhr (Abfahrtsort Regensburg) und endet am Sonntag um 17-18 Uhr.

Drei Abende über widerständige Menschen in und um Regensburg gegen das NS-Regime

8. September 2024

Veranstaltungsreihe & Ausstellung September bis November 2024

Dienstag, 15.10.2024 über Hans Rothammer, Franz Höhne, Hans und Martha Weber

Dienstag, 05.11.2024 über Michael Kumpfmüller, Walter Zauner und Josef Bollwein

Dienstag, 26.11.2024 über Johann Eibl, Josef Haas und Alois Krug

jeweils um 19 Uhr im Evangelischen Bildungswerk Regensburg e.V. Am Ölberg 2

Ausstellung mit reproduzierten Bildern von Guido Zingerl

30.08. – 30.09.2024 Amt für Migration, Maximilianstraße 26

30.09. – 28.10.2024 Pustet & ArtUp Gallery Untere Bachgasse 1

28.10. – 30.11.2024 An der Schierstadt Stadtamhof

Trägerkreis der Veranstaltungsreihe:

Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter Sozialdemokraten, Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg, Deutscher Gewerkschaftsbund, EBW, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Pax Christi, Stolpersteininitiative Regensburg, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes

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