„Verfassungsschutz in Bayern so wie er ist abschaffen!“

1. Februar 2012

Helga Schmitt-Bussinger, innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion: „Diese Morde haben uns alle erschüttert und der rechtsterroristische Hintergrund beschämt uns zutiefst. Wir müssen daher alles dafür tun, die Hintergründe bis ins Detail aufzuklären“. „Der Verfassungsschutz, wie er heute konzipiert ist, ist nichts anderes, als ein verlängerter Arm der Staatsregierung. Er ist ein politisches Instrument. Er war deshalb auf dem rechten Auge blind – wir haben das seit Jahren kritisiert – und hat nicht das geleistet, was seine Aufgabe war. Deshalb muss er aus der Umklammerung des Innenministeriums gelöst werden. Ich sage: So wie er ist, ist er untauglich. Wir brauchen ein politisch absolut unabhängiges Organ zum Schutze unserer Demokratie.“

In einem dringlichen Antrag fordert die SPD im Bayerischen Landtag die sofortige Einsetzung eines Sonderermittlers zur Aufklärung der Morde und der Rolle des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV).

Die Geschichte mahnt – NPD verbieten!

27. Januar 2012

Auftakt zur Unterschriften-Aktion: NPD-Verbot – Jetzt aber richtig!

28.01.2012

Kundgebung der VVN-BdA Bayern

Die Geschichte mahnt – NPD verbieten!

Auftakt zur Unterschriften-Aktion: NPD-Verbot – Jetzt aber richtig!

no-npd

Samstag, 28. Januar 2012, 12:00 Uhr – 12:30 Uhr

Regensburg, Neupfarrplatz, Karavan-Kunstwerk

JETZT UNTERSCHREIBEN! http://www.npd-verbot-jetzt.de/unterschreiben/

Samstag, 28. Januar 2012, 12:00 Uhr – 12:30 Uhr Regensburg, Neupfarrplatz, Karavan-Kunstwerk JETZT UNTERSCHREIBEN! http://www.npd-verbot-jetzt.de/unterschreiben/

“Deutschlands Stoßtrupp” – Der BdV in der deutschen Nachkriegsgeschichte

18. Januar 2012

Eine Veranstaltung der Jugendinitiative gegen Rassismus & Antisemitismus unterstützt durch die DGB-Jugend Ostbayern

19.01.2012

Vortrag von Erich Später

“Deutschlands Stoßtrupp” – Der BdV in der deutschen Nachkriegsgeschichte

Eine Veranstaltung der Jugendinitiative gegen Rassismus & Antisemitismus unterstützt durch die DGB-Jugend Ostbayern

Im Bund der Vertriebenen (BdV) und seinen Mitgliedslandsmannschaften waren seit der Gründung viele hochrangige NSDAP- und SS-Mitglieder in führender Stellung aktiv. Diese Täter, die sich in einem Opferverband zusammenschlossen, da sie laut Eigeneinschätzung in der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ die „vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen“ waren, konnten nicht zuletzt wegen der Bemühungen des BdV in die neue Bundesrepublik integriert werden. Die aktive Zeit der NS-Täter im BdV ist heute vorüber, die von ihnen maßgeblich mitgestalteten Formen des Erinnerns und Gedenkens wirken jedoch bis heute fort. Die im Jahr 2008 vom deutschen Bundestag beschlossene Dauerausstellung im Berliner „Deutschland-Haus“, deren Fokus auf dem „Leid der deutschen Vertriebenen“ liegen soll, ist ein aktuelles Beispiel hierfür. Im Vortrag soll sowohl die Geschichte als auch die aktuelle Politik des BdV beleuchtet werden.

Donnerstag, 19. Januar 2012, 19:00 Uhr

L.E.D.E.R.E.R., Lederergasse 25, Regensburg

Quelle: http://jugendinitiative.blogsport.de/vortraege-11-12/

Donnerstag, 19. Januar 2012, 19:00 Uhr L.E.D.E.R.E.R., Lederergasse 25, Regensburg Quelle: http://jugendinitiative.blogsport.de/vortraege-11-12/

Systemfehler Verfassungsschutz

8. Januar 2012

Während die zweite, schwarz-gelbe Merkel-Regierung unter Federführung der derzeitigen Familienministerin Kristina Schröder einen konzentrierten rechten Rollback eingeleitet hat, schießen aus Wissenschaft, Bildung, Politik und Medien Extremismus-theoretische Ansätze ins Kraut: mit der Hufeisen-Theorie der Jesse/Backes-Schule, einer höchst fragwürdigen „Extremismusklausel“ und einer massiven Offensive des Verfassungsschutzes in der Politischen Bildung werden derzeit Definitionsmacht, gesellschaftliche Deutungen und Feinderklärungen entschieden nach rechts außen verschoben. Dorthin, wo die „Mitte der Gesellschaft“ vermutet werden kann, die sich als „wehrhafte Demokratie“ gemäß in jeder Hinsicht überkommener Abgrenzungen gegen die drohenden „Extremismen von links und rechts (und von Seiten „der Ausländer“)“ zu erwehren habe. Im Fokus dieser Ausgrenzungsleistungen stehen v.a. Linke jeder Provenienz, Kritiker des Kapitalismus, des staatlichen Rassismus‘, Antifa-Aktivist_innen und unbequeme Störer_innen der monströsen bundesrepublikanischen Gartenzwerg-Idylle.

Ein zentraler Player in dieser Entwicklung ist der Verfassungsschutz, der 1950 gegründete Inlandsgeheimdienst. Während nicht zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem „NSU“-Skandal die Systemfehler des Dienstes offenbar werden und von einer alarmierenden Verstrickung (ob über Geldzahlungen, V-Leute, logistische Unterstützung und Deckung) des Bundesamtes und der 16 Landesämter für Verfassungsschutz in die Nazi-Szene ausgegangen werden kann, drängt der selbe Dienst mit Bildungsmaterial, „Demokratielotsen“, „wissenschaftlicher“ Begleitliteratur und Präventions- sowie Informationsangeboten in die Öffentlichkeit, an die Schulen und in die Politische Bildung, die bisher eher eine Domäne freier Träger war. Auch hier geht es darum, die Deutungs- und Definitionshoheit über das gesellschaftliche Leben und zulässige Formen der Kritik an sich zu ziehen, zu sichern und mit wirksamen repressiven Methoden durchzusetzen.

Es geht kein Aufschrei der Empörung durch die „Zivilgesellschaft“, kein Protest von Seiten der Lehrer_innen und Eltern und anderer Institutionen der politischen Bildung ist zu hören und der Artikel 1 des Grundgesetzes scheint zu lauten: „Das Image des Verfassungsschutzes ist unantastbar“. Während linke Initiativen gegen Nazis, Blockierer_innen von Nazi-Aufmärschen und entsprechende staatlich geförderte Projekte mit einem dreisten Extremismusverdacht geschurigelt werden, kann der Verfassungsschutz noch aus dem Skandal mit mindestens 10 Neonazi-Mordopfern Kapital schlagen. Es wird Zeit, sich über wirksame Gegenstrategien Gedanken zu machen.

„Extremismus“ oder die „Mitte“ in der Krise

28. November 2011

Referent: Dr. Christian Schmidt, wiss. Mitarb. an der Uni Leipzig

29.11.2011

Sulzbach-Rosenberg

„Extremismus“ oder die „Mitte“ in der Krise

Referent: Dr. Christian Schmidt, wiss. Mitarb. an der Uni Leipzig

Eine Veranstaltung der VVN-BdA KV Sulzbach-Rosenberg und des DGB-Ortskartells Sulzbach-Rosenberg

Dienstag, 29. November 2011, 19:00 Uhr

Restaurant Sportpark, Schießstätte 29, Sulzbach-Rosenberg

Verstärkt durch die konservativ gesteuerte Debatte über die Zukunft der staatlichen Programme gegen Rechtsextremismus dringt eine Auseinandersetzung nach Bayern, die – teilweise unter anderem Namen – schon seit Jahrzehnten geführt wird: die „Extremismusdebatte“. Kern der Debatte ist die bewusst falsche Angabe, es gäbe in unserer Gesellschaft eine stabile „demokratische Mitte“, an deren „linken“ und „rechten“ Rändern sich gefährliche „ExtremistInnen“ tummeln.Sowohl die „demokratische Mitte“ als auch die „linken“ und „rechten“ Ränder stellen jedoch nichts sagende Worthülsen dar, die in Abhängigkeit vom eigenen politischen Standort beliebig gefüllt werden. Das simple Bild des „Extremismus“ reduziert u.a. die Probleme, die wir mit den Neonazis haben, auf Gesetzesverstöße und Gewaltbereitschaft von Neofaschisten und dient letztlich dazu, Neofaschismus zu verschweigen oder zu verharmlosen.

Dieses Bild übersieht völlig, dass Neonazis an Meinungen anknüpfen, die in der Mitte der Gesellschaft oder – genauer – unabhängig von Parteipräferenz oder Bildungsstand in der ganzen Gesellschaft vorkommen: Nationalismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitis­mus und (zur Zeit noch stärker) Antiislamismus, Behindertenfeindlichkeit, Homophobie, Chauvinismus und die Verharmlosung des Nationalsozialismus. Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2010 mit dem Titel „Die Mitte in der Krise“ weist diese rechtspopulistischen und rechtsextremen Einstellungen in der Mitte unserer Gesellschaft nach – auch in Bayern.

Dienstag, 29. November 2011, 19:00 Uhr Restaurant Sportpark, Schießstätte 29, Sulzbach-Rosenberg Verstärkt durch die konservativ gesteuerte Debatte über die Zukunft der staatlichen Programme gegen Rechtsextremismus dringt eine Auseinandersetzung nach Bayern, die – teilweise unter anderem Namen – schon seit Jahrzehnten geführt wird: die „Extremismusdebatte“. Kern der Debatte ist die bewusst falsche Angabe, es gäbe in unserer Gesellschaft eine stabile „demokratische Mitte“, an deren „linken“ und „rechten“ Rändern sich gefährliche „ExtremistInnen“ tummeln.Sowohl die „demokratische Mitte“ als auch die „linken“ und „rechten“ Ränder stellen jedoch nichts sagende Worthülsen dar, die in Abhängigkeit vom eigenen politischen Standort beliebig gefüllt werden. Das simple Bild des „Extremismus“ reduziert u.a. die Probleme, die wir mit den Neonazis haben, auf Gesetzesverstöße und Gewaltbereitschaft von Neofaschisten und dient letztlich dazu, Neofaschismus zu verschweigen oder zu verharmlosen. Dieses Bild übersieht völlig, dass Neonazis an Meinungen anknüpfen, die in der Mitte der Gesellschaft oder – genauer – unabhängig von Parteipräferenz oder Bildungsstand in der ganzen Gesellschaft vorkommen: Nationalismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitis­mus und (zur Zeit noch stärker) Antiislamismus, Behindertenfeindlichkeit, Homophobie, Chauvinismus und die Verharmlosung des Nationalsozialismus. Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2010 mit dem Titel „Die Mitte in der Krise“ weist diese rechtspopulistischen und rechtsextremen Einstellungen in der Mitte unserer Gesellschaft nach – auch in Bayern.

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