Die Erhängungen von Tulle. Ein ungesühntes Verbrechen.

25. Januar 2010

Referent: Bruno Kartheuser, Ostbelgien

26.01.2010

Vortrag /Diskussion

Die Erhängungen von Tulle. Ein ungesühntes Verbrechen.

Referent: Bruno Kartheuser, Ostbelgien

Vor 66 Jahren ereignete sich die Mordaktion von Tulle in der Corrèze, im französischen Südwesten. Dort erhängte die SS-Truppe ‚Das Reich’ am 9. Juni 1944 als Repressalie für einen Angriff des Widerstandes 99 Männer, willkürlich ausgewählte Zivilisten, um die Bevölkerung der Region zu terrorisieren. Am 10. Juni wurden weitere 140 Männer aus Tulle deportiert. Am selben Tag wurde die OrtschaftOradour von einer anderen Einheit derselben Division ausgelöscht, mit einer Bilanz von 642 Opfern.

Dienstag, 26. Januar 2010, 19:00 Uhr

L.E.D.E.R.E.R., Lederergasse, 25, Regensburg

Der Hauptverantwortliche dieser Mordaktionen, Brigadeführer Lammerding, lebte trotz einer Verurteilung zum Tode durch ein Militärgericht in Bordeaux bis zu seinem Lebensende 1971 unbehelligt in Düsseldorf. Eine Veranstaltung von L.E.D.E.R.E.R.e.V. und VVN-BdA Regensburg

Dienstag, 26. Januar 2010, 19:00 Uhr L.E.D.E.R.E.R., Lederergasse, 25, Regensburg Der Hauptverantwortliche dieser Mordaktionen, Brigadeführer Lammerding, lebte trotz einer Verurteilung zum Tode durch ein Militärgericht in Bordeaux bis zu seinem Lebensende 1971 unbehelligt in Düsseldorf. Eine Veranstaltung von L.E.D.E.R.E.R.e.V. und VVN-BdA Regensburg

Die Erhängungen von Tulle – Ein ungesühntes Verbrechen

10. Januar 2010

„Nachdem die Ausstellung ‚Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944’ in den 90er Jahren die Legende von der ‚sauberen Wehrmacht’ endgültig zerstört hat, zeigt Bruno Kartheuser nun in einem bewundernswerten wissenschaftlichen Kraftakt den verbrecherischen Krieg, den Wehrmacht, Polizei und SS von 1941 bis 1944 im besetzten Frankreich führten: Die 99 Gehängten von Tulle erinnern an die ‚Alleen der Gehängten’ in den Städten Russlands und der Ukraine, und die Henker, erfährt man, hatten in den meisten Fällen ihr blutiges Handwerk dort gelernt. Andere Publikationen, die der Wehrmacht attestieren, gegen die französischen Partisanen einen ‚harten, aber konventionellen Krieg’ geführt zu haben, erweisen sich angesichts der Belege von Bruno Kartheuser als reine Apologie.“ Hannes Heer

Vor 66 Jahren ereignete sich die Mordaktion von Tulle in der Corrèze, im französischen Südwesten. Dort erhängte die SS-Truppe ‚Das Reich’ am 9. Juni 1944 als Repressalie für einen Angriff des Widerstandes 99 Männer, willkürlich ausgewählte Zivilisten, um die Bevölkerung der Region zu terrorisieren. Am 10. Juni wurden weitere 140 Männer aus Tulle deportiert. Am selben Tag wurde die Ortschaft Oradour von einer anderen Einheit derselben Division ausgelöscht, mit einer Bilanz von 642 Opfern. Der Hauptverantwortliche dieser Mordaktionen, Brigadeführer Lammerding, lebte trotz einer Verurteilung zum Tode durch ein Militärgericht in Bordeaux bis zu seinem Lebensende 1971 unbehelligt in Düsseldorf.

Die mitverantwortlichen deutschen Armee- und Polizeiführer wurden gerichtlich nicht wegen der Ereignisse von Tulle belangt. Das juridische Ergebnis ist ein Scherbenhaufen, der die Angehörigen der Opfer nur beleidigen kann. Die Beispiele einiger aktueller Verfahren – Boere in Aachen, Demjanjuk in München, die Ermittlung der Morde von Maillé – erscheinen fast wie hilflose, verspätete Übungen, die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass in der Masse der von der NS-Militärmaschine in Europa begangenen Verbrechen nur ganz wenige Fälle wirklich juristisch aufgearbeitet worden sind. Die meisten an den Verbrechen Beteiligten sind unbestraft geblieben.

Mit dieser Arbeit – eine elfjährige Nachforschung, eine Dokumentation in vier Bänden – betreibt Bruno Kartheuser europäische Geschichtsschreibung, bei der die nationalen Grenzen und Rücksichten überwunden werden, um ein Verbrechen nach grundsätzlichen Kriterien des Rechts und der Humanität in einer universalen Sprache zu schildern und zu bewerten. Er widmet seine Nachforschung den Opfern von Tulle, in der Hoffnung, dass sie in einem künftigen europäischen Geschichtsbewusstsein aufgehoben sein werden.

Bruno Kartheuser: 1947 Lüttich, lebt in Neundorf/St. Vith Belgien. Studium in Löwen, langjährige Lehrtätigkeit, Literaturbeauftragter in Ostbelgien, Herausgeber der Literaturzeitschrift KRAUTGARTEN. Historische Publikationen: Kriegsverbrechen Stavelot Dezember 1944 (zweisprachig Dt.-Franz.), 1995. 2001-2008 Tetralogie Walter, SD in Tulle: (in Dt. und Franz.): Bd. 1. Die 30er Jahre in Eupen-Malmedy (2001). Bd. 2. Das besetzte Frankreich 1940-1943 (2002). Bd. 3. Die Erhängungen von Tulle der 9. Juni 1944 (2004). Bd. 4. Die Erhängungen von Tulle. Ein ungesühntes Verbrechen (2008).

Treffen

15. Dezember 2009

16.12.2009

Treffen

Mittwoch, 16. Dezember 2009, 18:30 Uhr

Freigeistiges Zentrum, Hemauerstr. 15

Mittwoch, 16. Dezember 2009, 18:30 Uhr Freigeistiges Zentrum, Hemauerstr. 15

Nächstes Treffen

2. November 2009

03.11.2009

Nächstes Treffen

Dienstag, 03. November 2009, 18:00 Uhr

Freigeistiges Zentrum, Hemauerstraße 15

Dienstag, 03. November 2009, 18:00 Uhr Freigeistiges Zentrum, Hemauerstraße 15

Frauenleben

28. Oktober 2009

Einführungsvortrag: Hana Pfalzova

29.10.2009

Foto-Ausstellung – Eröffnung

Frauenleben

Einführungsvortrag: Hana Pfalzova

Donnerstag, 29. Oktober 2009, 19:30 Uhr

L.E.D.E.R.E.R. e.V., Lederergasse 25, Regensburg

Die Porträts von ehemaligen NS-Zwangsarbeiterinnen und KZ-Häftlingen entstanden im Rahmen eines Hilfsprojekts von pax christi Regensburg und Hana Pfalzova

Millionen von Menschen wurden während der NS-Herrschaft nach Deutschland verschleppt und als Zwangsarbeiter eingesetzt – vor allem in der Rüstungsindustrie und Landwirtschaft. Nicht selten wurden ganze Familien oder Mütter mit ihren Kindern deportiert. 1944 waren sechs Millionen Zwangsarbeiter in Deutschland registriert. Seit sechs Jahren gibt es hier ein Hilfsprojekt für ehemalige NS-Zwangsarbeiterinnen und KZ-Häftlinge auf der Krim. In den vergangenen Jahren konnte pax christi die Kosten für Krankenhausaufenthalte, Operationen und Medikamente übernehmen, für Menschen, die auf der Krim unter schwierigsten sozialen Bedingungen leben. Seit 2003 besucht Hana Pfalzova die betagten Frauen regelmäßig auf der Krim, um ihnen das Geld persönlich zu übergeben. Dabei entstand eine Reihe von beeindruckenden Porträts, die am 29. Oktober im L.E.D.E.R.E.R. präsentiert werden. Hana Pfalzova wir das Projekt im Rahmen ihres Einführungsvortrags vorstellen.

Donnerstag, 29. Oktober 2009, 19:30 Uhr L.E.D.E.R.E.R. e.V., Lederergasse 25, Regensburg Die Porträts von ehemaligen NS-Zwangsarbeiterinnen und KZ-Häftlingen entstanden im Rahmen eines Hilfsprojekts von pax christi Regensburg und Hana Pfalzova Millionen von Menschen wurden während der NS-Herrschaft nach Deutschland verschleppt und als Zwangsarbeiter eingesetzt – vor allem in der Rüstungsindustrie und Landwirtschaft. Nicht selten wurden ganze Familien oder Mütter mit ihren Kindern deportiert. 1944 waren sechs Millionen Zwangsarbeiter in Deutschland registriert. Seit sechs Jahren gibt es hier ein Hilfsprojekt für ehemalige NS-Zwangsarbeiterinnen und KZ-Häftlinge auf der Krim. In den vergangenen Jahren konnte pax christi die Kosten für Krankenhausaufenthalte, Operationen und Medikamente übernehmen, für Menschen, die auf der Krim unter schwierigsten sozialen Bedingungen leben. Seit 2003 besucht Hana Pfalzova die betagten Frauen regelmäßig auf der Krim, um ihnen das Geld persönlich zu übergeben. Dabei entstand eine Reihe von beeindruckenden Porträts, die am 29. Oktober im L.E.D.E.R.E.R. präsentiert werden. Hana Pfalzova wir das Projekt im Rahmen ihres Einführungsvortrags vorstellen.

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